Wer wir sind
Der Begriff „Kopte“ geht auf die altgriechische Bezeichnung für Ägypten zurück und meinte ursprünglich die gesamte einheimische Bevölkerung des Landes. Heute bezeichnet er die ägyptischen Christen — Nachfahren jener, die bereits im ersten Jahrhundert den Glauben annahmen.
Glaube
Die Kirche führt ihre Geschichte auf den Evangelisten Markus zurück, der um 43 n. Chr. in Alexandria predigte. Der „Stuhl des heiligen Markus“ zählte neben Rom und Antiochien zu den bedeutendsten Zentren der antiken Christenheit.
Auf den Konzilien von Nizäa, Konstantinopel und Ephesus verteidigten die Patriarchen von Alexandria die Rechtgläubigkeit. Nach dem Konzil von Chalcedon (451) hält die koptische Kirche an der von Kyrill formulierten Lehre fest: Christus hat eine fleischgewordene Natur aus der göttlichen und der menschlichen — vollkommen göttlich und vollkommen menschlich, ohne Vermischung, ohne Veränderung, ohne Teilung und ohne Trennung.
Die Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Myronsalbung, Eucharistie, Buße und Beichte, Krankensalbung, Ehe und Priesterweihe.
Sprache
Die koptische Sprache ist die letzte Entwicklungsstufe des pharaonischen Altägyptischen. Sie schreibt sich in einem griechischen Alphabet, das um sieben Zeichen aus der demotischen Schrift ergänzt wurde, um Laute abzubilden, die das Griechische nicht kennt.
Im Gottesdienst wird sie bis heute gebetet und gesungen. Ihre Entschlüsselung — unter anderem durch Jean-François Champollion — war ein Schlüssel zur modernen Ägyptologie.
Musik
Die koptische Liturgie wird rein vokal gesungen, begleitet nur von Zimbeln und Triangel. Das Repertoire umfasst rund 1.048 Hymnen, die den Festen, Fastenzeiten und Riten genau zugeordnet sind.
Über Jahrhunderte wurde dieses Erbe ausschließlich mündlich weitergegeben, ohne Notation. Erst im 19. und 20. Jahrhundert begannen Kantoren und Musikwissenschaftler, es systematisch aufzuzeichnen.
Kalender & Fasten
Die koptische Zeitrechnung beginnt mit dem Regierungsantritt Diokletians im Jahr 284 — dem „Kalender der Märtyrer“. Das Jahr hat zwölf Monate zu je 30 Tagen und einen kurzen dreizehnten Monat.
Über 210 Tage im Jahr sind Fastentage. Gefastet wird durch Verzicht auf alle tierischen Produkte — als geistliche Übung, als Buße und als bewusste Unterordnung des Leiblichen unter das Geistliche.