S.H. Papst Tawadros II.
Im November 2012 wurde er durch die Altar-Auslosung zum 118. Nachfolger des heiligen Markus bestimmt — in einer der politisch schwierigsten Phasen der jüngeren ägyptischen Geschichte.
Vom Apotheker zum Mönch
Geboren am 4. November 1952 in Mansoura als Wagih Sobhi Baqi Suleiman, studierte er Pharmazie in Alexandria und leitete später ein staatliches Pharmaunternehmen in Damanhour.
1986 zog er sich aus dem Berufsleben zurück und trat in das Kloster des heiligen Pischoi im Wadi el-Natrun ein; 1988 empfing er die Mönchsweihe. Seine methodische, lösungsorientierte Art wird bis heute auf diese Prägung zurückgeführt.
Ein Pontifikat in der Krise
Angesichts der Zerstörung zahlreicher Kirchen im Sommer 2013 formulierte er den Satz, der seinen Führungsstil zusammenfasst: „Ein Heimatland ohne Kirchen ist besser als Kirchen ohne Heimatland.“
Nach der Ermordung koptischer Gastarbeiter in Libyen 2015 erklärte er die Opfer umgehend zu Märtyrern und rief zur Vergebung auf.
Besuche in Österreich
Papst Tawadros II. besuchte Österreich mehrfach: Er weihte Kirchen in Wien, Linz, Graz und Wernstein, residierte im St. Antonius Kloster und eröffnete 2022 dessen Museum.
2022 weihte er außerdem die Kirchen des St. Anna Nonnenklosters in Schönfeld.