S.E. Bischof Anba Gabriel
Bischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche für Österreich und die Deutschschweiz, Abt des St. Antonius Mönchsklosters und des St. Anna Nonnenklosters in Niederösterreich.
Chirurg, dann Mönch
Geboren am 23. April 1959 in Bani Mazar, Gouvernement al-Minya. 1982 schloss er sein Studium der Medizin und Chirurgie ab und war sieben Jahre lang als Chirurg tätig.
1991 trat er in das Kloster des heiligen Anba Bischoi im Wadi El Natroun ein, 1992 folgte die Mönchsweihe, 1995 die Priesterweihe. Danach betraute ihn Papst Schenuda III. mit der Betreuung der Gemeinden in Deutschland und der Schweiz.
Die Diözese, von Anfang an
Am 17. Juni 2000 empfing er die Bischofsweihe und wurde damit der erste Bischof der neu errichteten Diözese für Österreich und den deutschsprachigen Teil der Schweiz, mit Sitz in Wien. Am 5. Juni 2004 folgte die feierliche Inthronisation.
Sein Grundsatz, dass jede Gemeinde eine eigene Kirche haben soll, hat die Landkarte der Diözese geprägt — von Linz über Klagenfurt und Innsbruck bis Wernstein am Inn.
Die Klöster im Marchfeld
2001 erwarb er das ehemalige Schloss des Prinzen Eugen in Obersiebenbrunn und gründete dort das St. Antonius Kloster, heute sein Amtssitz. 2013 wurde es von der Heiligen Synode anerkannt; heute leben dort zehn Mönche.
2020 gründete er das St. Anna Nonnenkloster in Schönfeld — das erste koptische Frauenkloster Österreichs, am 2. Juni 2023 offiziell anerkannt.
Wirken und Engagement
Anba Gabriel ist Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich und pflegt enge Beziehungen zu den anderen christlichen Kirchen des Landes.
Unter seiner Führung wird die koptische Gemeinschaft in Österreich und der Deutschschweiz heute von über 30 Priestern und Diakonen in mehr als 17 Kirchen, Gemeinden und Zentren betreut.